AKTUELLE DEMOSKOPISCHE STUDIEN
ZU WIRTSCHAFT & GESELLSCHAFT
 
NR. 27 | 2018

 

 
 

46. IMAS-NEUJAHRSUMFRAGE GRUNDSTIMMUNG 2017: ÖSTERREICHER ZUVERSICHTLICH WIE SCHON LANGE NICHT MEHR – SORGENFALTEN NEHMEN DEUTLICH AB

Basis: Österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren

 

Die Österreicher sind zuversichtlich wie schon lange nicht mehr. Seit 2013 war die Bevölkerung nicht so optimistisch im Blick auf das kommende Jahr wie heuer. Genau genommen nimmt die Zuversicht seit dem letzten Jahr um neun Prozentpunkte zu und die Sorgenfalten sitzen nicht mehr so tief wie noch vor einem Jahr. Seit 2015 hat sich der Anteil an Personen mit besorgten Zukunftsaussichten halbiert. Die Optimisten überwiegen heuer gegenüber den Pessimisten im Verhältnis von 47 zu 39: Rund ein Viertel (-2 Ppt. seit 2016) der Bevölkerung bezeichnet ihre Stimmung als skeptisch, 16 Prozent (-11 Ppt. seit 2016) sind ausdrücklich besorgt. Insgesamt ist der aktuelle Befund in der Zeitreihe der letzten 46 Jahre überdurchschnittlich positiv. Besonders optimistisch sind vor allem jüngere Personen, Menschen mit höherer Bildung und Angehörige der höheren sozialen Schichten.

Besorgnis rund um den eigenen Arbeitsplatz spielt eine geringere Rolle als im Vorjahr. Die Einkommenssituation, die negative politische Stimmung und die persönliche Situation sind

die Hauptgründe für den verbleibenden Pessimismus in der Bevölkerung für das kommende Jahr.

Der Blick der Österreicher auf das kommende Jahr wurde heuer bereits zum 46. Mal erhoben und zeigt eine deutliche Veränderung: Knapp jeder Zweite bezeichnet die eigene Stimmung als zuversichtlich, 23 Prozent als skeptisch und 16 Prozent sind ausdrücklich besorgt.

Im Vergleich zum Vorjahr erhöht sich die Zuversicht um neun Prozentpunkte, die Sorgenfalten gehen in ähnlichem Ausmaß zurück. Somit ist der Optimismus in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Besonders optimistisch blicken vor allem jüngere Personen, Menschen mit höherer Bildung und Angehörige der höheren sozialen Schichten auf die kommenden 12 Monate. Eher besorgt sind Personen ab 60 Jahren, einfache Arbeiter und Frauen.

Im Langzeittrend seit 1972 lässt sich in Bezug auf den Optimismus ein überdurchschnittliches Ergebnis attestieren, die Sorgenperspektive ist leicht unterdurchschnittlich, die Skepsis relativ konstant geblieben.

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Die Motivlage hinter der 46. Neujahrsfrage bringt näheres Verständnis dieses Meinungsbildes im Hinblick auf das neue Jahr:

  • Die zuversichtlich gestimmten Personen sind dies vor allem auf Grund ihrer persönlichen positiven Überzeugung und Grundstimmung gepaart mit der Zuversicht in Bezug auf die eigene Situation.
  • Die skeptische Grundhaltung wird genährt durch das schlechte politische Stimmungsklima und die Teuerungen bzw. die Einkommensverhältnisse.
  • Die Sorgenfalten sitzen vor allem auf Grund der Einkommenssituation, der persönlichen und politischen negativen Stimmung tief.

Ein interessantes Detail: Während die Zunahme der Ängste in den letzten Jahren stark von Terror, der Flüchtlingskrise und der Arbeitsplatzsituation geprägt war, sind diese Aspekte heuer viel schwächer ausgeprägt. Damit begründet sich auch insgesamt der Rückgang der Sorge.

In persönlicher Hinsicht hat ein knappes Drittel der Österreicher einen Vorsatz für 2018 gefasst. Insbesondere Frauen, Personen zwischen 16 und 59 Jahren und Menschen mit mittlerer bis höherer Bildung neigen überdurchschnittlich häufig dazu, die Jahreswende für eine Neuorientierung zu nutzen. Gerade die Weihnachtsfeiertage und der Beginn des neuen Jahres sind psychologisch gesehen eine kleine „Zäsur“ im Bewusstsein der Österreicher. Im Durchschnitt fassen jene Personen, die sich für das neue Jahr etwas vorgenommen haben, rund drei bis vier Vorsätze, etwa zwei Fünftel sogar vier und mehr.

Die Top-Vorsätze drehen sich – wie alle Jahre wieder – rund um die Gesundheit: Mehr Bewegung & Sport, ein bewussterer Lebensstil, gesündere Ernährung und die Gewichtsabnahme sind die stärksten Veränderungssehnsüchte der Österreicher für das kommende Jahr. Aber auch mehr Zeit für die Familie wird von rund einem Fünftel dieser Gruppe genannt. Interessantes Detail am Rande: Der Beruf spielt eigentlich nur eine mittelmäßige Rolle, wenn es um Vorsätze geht. Weder der Abbau von Stress, noch die Fokussierung auf den Job erreichen hohe Ausprägungen. Das ehrenamtliche oder politische Engagement ist eigentlich im Bewusstseinsfeld der Österreicher in Bezug auf Vorsätze fast überhaupt nicht vorhanden.

Insgesamt zeigt der Eindruck des letzten Jahres, dass rund jeder Dritte seine Vorsätze großteils umgesetzt hat, knapp die Hälfte teilweise. Somit habenrund vier Fünftel der Österreicher ihre Vorsätze zumindest teilweise eingehalten. Mit dieser „Erfolgsquote“ haben Vorsätze sicherlich Sinn.

 

Dokumentation
 
 

Zeitraum der Umfrage: 9. November – 1. Dezember 2017

Sample:n=1.070 Personen, statistisch repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, Quotaauswahl, face-to-face

Archiv-Nummer der Umfrage: 017111

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PDF des vollständigen Reports mit zusätzlichen Charts: Neujahrsumfrage...